Grauer Star

Grauer Star: Operation der Augenkrankheit

War die Augenkrankheit früher noch eine häufige Ursache für Erblindung, kann Grauer Star mit einer Operation heute sehr gut behandelt werden. Der Eingriff geht schnell und gehört für die Ärzte zur alltäglichen Routine. Und mit der passenden Nachbehandlung kommt es selten zu Komplikationen.

Wenn das Sehvermögen nachlässt

Wenn die Linse sich eintrübt, beeinflusst das das klare Sehen. Die Farben werden blasser, Umrisse verschwinden. Auch der Verlust des räumlichen Sehens kann auf den Grauen Star zurückzuführen sein, der auch Katarakt genannt wird. Zu Beginn der Erkrankung nehmen Sie vielleicht auch noch gar keine Symptome wahr. Dann ist zur Behebung des Krankheitsbildes Grauer Star auch noch keine Operation nötig. Im Normalfall können Sie den Zeitpunkt für den Eingriff nämlich weitgehend selbst bestimmen. Müssen Sie beispielsweise viel Auto fahren, werden Sie sich die Behandlung dringender wünschen als jemand, der sich kaum eingeschränkt fühlt.

Grauer Star: Operation ambulant möglich

So seltsam es klingen mag: Ein Eingriff am Auge, bei dem die Linse ausgetauscht wird, dauert selten länger als zwanzig Minuten. Sie bekommen dafür meist nicht einmal eine Vollnarkose. Das Auge wird lediglich betäubt, entweder mit Tropfen oder mit einer Injektion neben dem Auge. Die Operation bei der Krankheit Grauer Star zählt zu den Routineeingriffen der Augenärzte: Jedes Jahr werden 600.000 dieser Behandlungen allein in Deutschland durchgeführt. Daher müssen Sie sich auch keine Sorgen machen – selbst, wenn Ihnen die Vorstellung, am Auge operiert zu werden, etwas bedenklich erscheint.

So geht der Linsenaustausch vonstatten

Eine Linse, die sich eingetrübt hat, kann nicht gereinigt werden – sie wird in der Grauer Star-Operation entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Man spricht bei diesen Ersatzlinsen von Intraokularlinsen. Zumeist bestehen sie aus Silikon oder Acryl. Das hat einen bestimmten Grund: Linsen, die aus einem dieser Materialien bestehen, kann man falten. Das bedeutet, dass der behandelnde Arzt nur sehr kleine Schnitte setzen muss, um die Linsen an der richtigen Stelle zu platzieren.

Mit dem sogenannten Femtosekundenlaser können drei minimale Schnitte in der Hornhaut des Auges vorgenommen werden. So gelangt der Augenarzt ins Innere des Auges, wo er die Linsenkapsel öffnet. Mittels Ultraschall verflüssigt er den Kern und die Rinde der Linse und saugt das Material ab. Der Kapselsack, in dem die Linse sich befunden hat, bleibt aber bestehen. In ihn wird nun die gewählte Kunstlinse hineingeschoben – im Fall einer Linse aus den oben genannten Materialien in gefalteter Form. Innerhalb des Kapselsacks entfaltet sie sich und wird darin befestigt. So kann Grauer Star durch eine Operation sehr schnell behandelt werden. Bei diesen minimalen Schnitten muss der Arzt nicht einmal etwas nähen; sie heilen von allein ab.

Weitere Möglichkeiten der Operation

Grauer Star in einem sehr fortgeschrittenen Stadium kann auch andere Methoden der Behandlung erfordern. Ist die Hornhaut etwa schon sehr dünn geworden, wird ein größerer Schnitt angesetzt. Durch diesen wird entweder die Linse ganz entfernt, während der Kapselsack bestehen bleibt und die Kunstlinse aufnimmt, oder die Linse wird inklusive Sack herausgenommen. In letzterem Fall entscheidet der Arzt, ob er eine Vorder- oder eine Hinterkammerlinse einsetzt.

Nachstar in rund einem Drittel aller Fälle

Wenn Grauer Star nach der Operation wiederkommt, spricht man vom Nachstar. Die Symptome treten auf, wenn sich die verbliebenen Teile der Linsenkapsel auch noch eintrüben. Dieses Phänomen wird vor allem bei jüngeren Patienten beobachtet. Die Behandlung ist aber simpel und wirksam; die eingetrübten Teile können mit einem Laser recht unkompliziert entfernt werden.

Nach der Kataraktoperation

Grauer Star wird durch die Operation rasch behoben, aber Sie sollten die Nachbehandlung sehr genau wahrnehmen. Direkt nach dem Eingriff können Sie zumeist schon wieder nach Hause. Bis zum nächsten Morgen tragen Sie einen Salbenverband. Bis Ihr Auge komplett verheilt ist, dauert es ungefähr vier bis sechs Wochen.

Sie erhalten entzündungshemmende und antibiotische Augentropfen, die Sie unbedingt genau nach Vorschrift und bis zum Ende der angesetzten Behandlungsphase anwenden sollten. Selbst, wenn sich alles schon wieder normal anfühlt und Sie problemlos sehen können, sollten Sie die Medikamente nicht selbstständig absetzen. Eine Infektion im Auge, nachdem Grauer Star durch eine Operation entfernt wurde, wollen Sie ganz sicher nicht riskieren. Suchen Sie auch regelmäßig den Arzt auf, der Ihre Heilungsfortschritte begutachtet und Ihren Augeninnendruck kontrolliert. Nur so können Sie sichergehen, dass eventuelle spätere Komplikationen möglichst schnell bemerkt und behoben werden. Augenärzte in Ihrer Nähe, die Sie vor, während und nach der OP betreuen, finden Sie unter diesem Text.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gisèle Schneider
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