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Aspirin: Nebenwirkungen, die Sie kennen sollten

Bei der Einnahme von Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) kann es, wie bei jedem anderen Schmerzmittel, zu Nebenwirkungen kommen. Besonders Magen- und Darmschleimhaut können durch den Wirkstoff Schaden nehmen. Aspirin: Nebenwirkungen, die Sie kennen sollten.

Aspirin-Nebenwirkungen und Prostaglandine

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), vor allem bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin, gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese Schmerzmittel-Gruppe hemmt die körpereigene Bildung sogenannter Prostaglandine. Die Gewebehormone spielen eine wichtige Rolle bei der Schmerzentstehung, bei Entzündungsprozessen und Fieber. Sind weniger Prostaglandine im Körper vorhanden, nehmen Schmerzen, Entzündungen und Fieber ab. Da Prostaglandine aber auch schleimhautschützend wirken, gehören Magen-Darm-Beschwerden zu den häufigen Nebenwirkungen von Aspirin.

Aspirin: Nebenwirkung Magen-Darm-Blutungen

Durch die Hemmung der Prostaglandine können bei der Einnahme von Aspirin Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall sowie Magen- und Darmreizungen auftreten. Zu den schweren möglichen Nebenwirkungen von Aspirin gehören Magen- und Darm-Blutungen bis hin zu Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren. Das Risiko für Aspirin-Nebenwirkungen steigt, wenn das Schmerzmittel überdosiert oder über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen wird. Auch Asthmaanfälle und Nierenschäden gehören zu den Nebenwirkungen von Aspirin.

Nehmen Sie rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel wie Aspirin nie länger als drei Tage hintereinander und maximal zehn Mal im Monat ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ein. Achten Sie bei der Einnahme darauf, die in der Packungsbeilage oder die vom Arzt oder Apotheker empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten. Achten Sie zudem auf ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Einnahmen.

Aspirin: Nebenwirkung Blutverdünnung

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt blutgerinnungshemmend. Er verhindert, dass die Blutplättchen zusammenklumpen. Umgangssprachlich ist bei Medikamenten mit ASS auch von „Blutverdünnern“ die Rede. Aufgrund der blutgerinnungshemmenden Eigenschaft wird Aspirin in niedriger Dosierung zur langfristigen Therapie bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt, etwa nach einem Herzinfarkt. Die blutgerinnungshemmende Wirkung von Acetylsalicylsäure, die bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen gewünscht ist, birgt für die Patienten aber auch Risiken.

Erhöhte Blutungsneigung mit Aspirin

Eine erhöhte Blutungsneigung ist eine bedeutende Aspirin-Nebenwirkung. Bei Verletzungen kann das problematisch werden, da sich Blutungen schlechter stillen lassen und Wunden sich schlechter schließen. Das kann bereits bei einem medizinischen Eingriff beim Zahnarzt problematisch sein, etwa wenn Weisheitszähne entfernt werden sollen. Bei größeren Operationen ist das Risiko nochmal deutlich höher. Daher muss der Blutverdünner Aspirin vor einem operativen Eingriff abgesetzt werden – mindestens eine Woche vorher. So lässt sich das Blutungsrisiko als Nebenwirkung von Aspirin senken.

Eine erhöhte Blutungsneigung ist eine Aspirin-Nebenwirkung, die vor operativen Eingriffen berücksichtigt werden muss. Nehmen Sie Aspirin als Dauermedikament ein, etwa aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt, wenn eine Operation ansteht. Das Medikament muss frühzeitig abgesetzt beziehungsweise ausgeschlichen werden. Setzen Sie Acetylsalicylsäure nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Aspirin: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vorbeugen

Um Nebenwirkungen von Aspirin und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorzubeugen, sollten Sie sich immer an die im Beipackzettel angegebenen oder an die von Ihrem Arzt empfohlene Dosierung halten. Sind Sie unsicher, ob Sie das Medikament einnehmen dürfen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder schauen Sie ebenfalls in die Packungsbeilage.

Führen Sie ein Medikamenten-Tagebuch. Tragen Sie ein, welche Medikamente Sie wann und in welcher Dosierung einnehmen. Nehmen Sie das Medikamenten-Tagebuch immer zu Ihrem Arzt mit. So hat dieser einen Überblick über die von Ihnen eingenommenen Mittel. Das hilft, Neben- und Wechselwirkungen vorzubeugen.

Aspirin Nebenwirkungen: wann ins Krankenhaus?

Viele der Aspirin-Nebenwirkungen sind schwerwiegend und auf die blutgerinnende Wirkung des Arzneimittels zurückzuführen – und machen eine rasche ärztliche Hilfe notwendig. Sie sollten nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure sofort den Notarzt oder ein Krankenhaus informieren, wenn Sie unter anderem folgende Nebenwirkungen bei sich beobachten:

  • allergische Reaktionen wie Schwellungen mit Atemproblemen, Asthma-Anfall
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstseinstrübung, Hörverlust und Hörgeräusche, Schwitzen, Zittern (Symptome einer Überdosierung /Aspirin-Vergiftung)
  • Hinweise auf Magen-Darm-Blutungen (schwarzer Stuhl, Blut im Stuhl, Bluthusten)
  • Hinweise auf eine Hirnblutung/ Schlaganfall (halbseitige Lähmung von Arm und Bein, ein einseitig herabhängender Mundwinkel, plötzlich auftretende Kopfschmerzen und/oder Schwindel, Sprachstörungen, Sehstörungen bis hin zu Bewusstseinstrübung oder gar Bewusstlosigkeit)
  • anhaltende Nierenschmerzen mit verringerter Urinmenge (Risiko Nierenversagen)

Wann darf ich Aspirin nicht einnehmen?

Sie dürfen Aspirin nicht einnehmen beziehungsweise sollten die Einnahme mit Ihrem Arzt absprechen, wenn Sie:

  • bereits andere NSAR einnehmen.
  • allergisch auf die Inhaltsstoffe reagieren.
  • nach Einnahme von NSAR bereits einen Asthmaanfall erlitten haben.
  • mit Kortison behandelt werden.
  • ein Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür haben.
  • unter einer Leber- oder Nierenerkrankung leiden.
  • Medikamente gegen Epilepsie einnehmen.
  • Antidepressiva einnehmen.
  • unter einer Herzschwäche leiden, die nicht ausreichend behandelt wird.
  • zu Blutungen neigen.
  • andere gerinnungshemmende Medikamente einnehmen.
  • aufgrund rheumatischer Erkrankungen oder einer Krebserkrankung den Wirkstoff Methotrexat einnehmen.
  • schwanger sind.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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