Eine Panikattacke ist ein akuter Angstanfall, der sich für die Betroffenen in dem Moment lebensbedrohlich anfühlt – obwohl die Ursachen in Wahrheit harmlos sind. Die Symptome zu erkennen und entsprechend einzuordnen, kann bereits helfen, die Angst zu überstehen. Wie, das erfahren Sie hier.
Ratgeber: Angststörungen

Was tun bei Panikattacken? Symptome erkennen und richtig handeln

Eine Panikattacke ist ein akuter Angstanfall, der sich für die Betroffenen in dem Moment lebensbedrohlich anfühlt – obwohl die Ursachen in Wahrheit harmlos sind. Die Symptome zu erkennen und entsprechend einzuordnen, kann bereits helfen, die Angst zu überstehen. Wie, das erfahren Sie hier.

Körperliche Symptome einer Panikattacke

Panikattacken äußern sich in erster Linie durch körperliche Symptome, die eine im Prinzip normale Angstreaktion darstellen. Angst ist eine Schutzreaktion, die in Gang gesetzt wird, wenn ein Mensch mit seinen Sinnesorganen einen Reiz wahrnimmt, den er als Zeichen für eine Gefahr deutet.

Im Gehirn werden dann Botenstoffe wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol ausgeschüttet und der Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Man muss dann blitzschnell entscheiden, ob man erstarrt, kämpft – oder flüchtet. Der Körper stellt sich auf alle diese Möglichkeiten ein, was sich durch folgende Symptome bemerkbar macht:

  • Herzrasen und beschleunigter Puls: Das Herz pumpt mehr Blut in den Kreislauf, um die Skelettmuskeln besser zu durchbluten und mit mehr Sauerstoff zu versorgen – so erhöht sich ihre Leistungsfähigkeit.
  • Beschleunigter Atem (Hyperventilation): Durch das schnellere Atmen wird der Körper in kurzer Zeit mit mehr Sauerstoff versorgt. Die Atemmuskulatur kann sich hierbei jedoch verkrampfen, was zu Atemnot, Beklemmung und Brustschmerzen führt.
  • Schwindel und Benommenheit: Außerdem kann es zu Schwindel und Benommenheit kommen, wenn die Angstreaktion zu heftig ausfällt. Das liegt mitunter an der Überversorgung mit Sauerstoff durch die Hyperventilation.
  • Taubheitsgefühle: Ihre Finger oder Ihre Lippen fühlen sich seltsam taub an oder kribbeln unangenehm? Das kann ebenfalls mit der Hyperventilation zusammenhängen.
  • Frösteln und Zittern: Es kann bei der Angstreaktion auch zu einem Gefühl der Schwäche kommen und dem Betroffenen wird scheinbar kalt. Dann versucht der Körper, dies durch eine Aktivierung der Muskeln zu kompensieren – man fängt an zu zittern. 
  • Erhöhte Körpertemperatur und Schweißausbrüche: Bei Angst erhöht sich aber auch der Blutdruck und der Stoffwechsel wird beschleunigt. Dies kann zu einer erhöhten Körpertemperatur führen. Die Schweißausbrüche dienen dazu, die Körpertemperatur wieder herunter zu regulieren.
  • Blässe: Während die Skelettmuskeln stärker durchblutet werden, verengen sich die Blutgefäße der Haut: Man wird blass.
  • Übelkeit und Verdauungsbeschwerden: Übelkeit bis hin zum Würgereiz, ein flaues Gefühl in der Magengegend, Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme treten im Rahmen einer Angstattacke bei manchen Betroffenen auf. Dies kann daran liegen, dass der Körper bei Angst versucht, möglichst schnell unnötigen Ballast abzuwerfen – was sich in Übelkeit, Durchfall oder Harndrang äußert. Möglich ist auch das Gegenteil: Der Verdauungstrakt verkrampft und es kommt zu Verstopfung und Bauchschmerzen.

Eine Panikattacke dauert durchschnittlich etwa 30 Minuten – dann ist der Angstanfall meist überstanden.

Häufige Gedanken & Gefühle während einer Panikattacke

Während einer Angstattacke kommt es jedoch nicht nur zu körperlichen Symptomen, sondern auch zu bestimmten Gedanken und Gefühlen. Diese können eine Folge der körperlichen Reaktionen sein, diese aber auch verstärken, sodass sich das Angstgefühl zu Panik steigert.

Es kommt zum Beispiel zu Wahrnehmungsstörungen, die ein Gefühl der Unwirklichkeit auslösen. Manche Betroffene berichten, dass sie sich selbst unwirklich vorkommen und dass es sich so anfühlt, als würde alles, was sie erleben, eigentlich einer anderen Person passieren. Andere haben den Eindruck, nicht wirklich anwesend zu sein.

Die Gedanken der Betroffenen kreisen im Moment der Panikattacke um die Angst, verrückt zu werden und die Kontrolle zu verlieren, in Ohnmacht zu fallen oder etwas Peinliches zu tun. Manche haben sogar Todesangst.

Panikattacke? Soforthilfe gegen die Angstanfälle

Doch was tun, wenn eine Panikattacke ausbricht? Häufig schlägt der Angstanfall nicht sofort in vollem Maße zu, sondern baut sich allmählich auf. Wenn Sie bereits dann handeln, sobald sich erste körperliche Angstsymptome wie Herzklopfen oder ein beschleunigter Atem zeigen, können Sie verhindern, dass der Anfall sich zur Panik steigert.

Als Hilfe bei Panikattacken dienen die folgenden Tipps:

  • Atmen: Konzentrieren Sie sich auf das langsame und tiefe Einatmen in den Bauch, dann lassen Sie die Luft kontrolliert und in einem langen Strom wieder heraus. So können Sie der Hyperventilation entgegenwirken.
  • Ablenkung: Versuchen Sie, sich beim ersten Angstgefühl mit kleinen Dingen abzulenken, die Ihre volle Konzentration erfordern. Das können Mathe-Aufgaben oder Wortspiele sein. Addieren Sie beispielsweise alle Zahlen Ihrer Telefonnummer im Kopf oder versuchen Sie, an fünf Dinge mit dem Anfangsbuchstaben A zu denken, die man im Supermarkt kaufen kann. Auf diese Weise wirken Sie den Gedanken entgegen, die die Angstgefühle verstärken können.
  • Konzentration auf die Außenwelt: Als Ablenkung können Sie sich auch auf die Außenwelt konzentrieren. Wie riecht es gerade? Welche Geräusche nehmen Sie wahr? Welche Farben und Muster können Sie um sich herum sehen?
  • Gefühle und Gedanken richtig einordnen: Es kann außerdem helfen, wenn Sie die Gefühle und Gedanken bei einer Panikattacke bewusst wahrnehmen und als das einordnen, was sie sind: eine ganz normale Reaktion des Körpers auf Angst. Sagen Sie sich, dass keine reale Gefahr besteht und dass der Anfall gleich wieder vorbei ist. So können Sie verhindern, dass Sie sich in Ihre gefühlte Angst hineinsteigern.

Sollten Sie immer wieder unter Panikattacken leiden, kann es sein, dass eine Panikstörung vorliegt. In diesem Fall sollten Sie eine kognitive Verhaltenstherapie in Betracht ziehen. Darin lernen Sie mithilfe eines Psychotherapeuten, Ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Zusätzlich können Entspannungstechniken und ein allgemein gesunder Lebensstil helfen, Panikattacken vorzubeugen. Ansonsten ähnelt die Therapie einer Panikstörung der Behandlung anderer Angststörungen, zum Beispiel der generalisierten Angststörung oder der sozialen Phobie.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Svenja Hauke
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