Klaustrophobie: Ursachen, Symptome und mögliche Therapieformen
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Klaustrophobie: Ursachen, Symptome und mögliche Therapieformen

Die Klaustrophobie, umgangssprachlich als "Platzangst" bezeichnet, ist eine weit verbreitete Angsterkrankung. Dabei sind Betroffene oft erheblich in ihrem Alltag eingeschränkt. Wenn Sie oder ein Angehöriger unter Klaustrophobie leiden, lesen Sie hier mehr über Symptome, Ursachen und Therapie der Erkrankung.

Was versteht die Medizin unter Klaustrophobie?

Bei der Klaustrophobie handelt es sich um eine Angsterkrankung, die zu den sogenannten spezifischen Phobien, also isoliert auf einen Bereich ausgerichteten Ängsten, gehört. Sie beschreibt die Panik, die Betroffene in engen Räumen überkommt, wobei diese teilweise nur subjektiv als eng wahrgenommen werden. Beispiele für auslösende Situationen stellen der Aufenthalt in kleinen Zimmern, Kellern, Tunneln oder Aufzügen, aber auch Kaufhäusern und Bussen dar. In schweren Fällen ertragen Betroffene nicht einmal eine geschlossene Tür. Gelegentlich ist die Angst auch mit der Furcht vor Menschenmengen oder Flugreisen vergesellschaftet - jeweils aus dem Grund, sich beengt oder eingesperrt zu fühlen.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Bei der Klaustrophobie handelt es sich um eine bekannte und häufige Angsterkrankung. Studien legen nahe, dass in Deutschland sieben bis acht Prozent der Bevölkerung betroffen sein könnten. Eine Untersuchung über die weltweite Verbreitung gelangte zu einem Anteil von etwa fünf Prozent. Allerdings sind genaue Zahlen sehr schwer zu erhalten, da viele Menschen, die unter Klaustrophobie leiden, keinen Arzt aufsuchen. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Beispielsweise kann der Leidensdruck nicht als hoch genug erachtet werden, es wurden bereits schlechte Erfahrungen mit Therapien gemacht oder diese werden generell abgelehnt. Es kommt auch vor, dass Betroffene nicht ausreichend über die Behandlungsmöglichkeiten informiert sind.

Welche Ursachen hat Klaustrophobie?

Grundsätzlich ist die Vorstellung, eingesperrt oder eingequetscht zu sein, für Menschen instinktiv beängstigend. Nimmt diese Angst phobische Züge an, können nicht immer konkrete Auslöser und Ursachen gefunden werden. Generell sind furchtsame Menschen allerdings eher von Angsterkrankungen betroffen. Einen bekannten Risikofaktor stellen traumatische Erlebnisse dar. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Einklemmen in der Kindheit, aber auch einen steckengebliebenen Aufzug oder eine Situation in einer Menschenmenge handeln. Kommt es in diesem Zusammenhang gleichzeitig zu einer Panikattacke mit starker körperlicher Symptomatik, ist dieses Ereignis oft sehr prägend und kann eine Phobie begründen.

Wie äußert sich Klaustrophobie?

Die Klaustrophobie zeigt sich ähnlich wie andere spezifische Phobien. Die als bedrohlich empfundene Situation löst starke Angst aus und wird in der Folge wenn möglich gemieden, um den negativen Gefühlen oder der vermeintlichen Gefahr zu entgehen. Dabei kommt es im Verlauf häufig zu einer schleichenden Verschlechterung der Erkrankung: Situationen, die vorher als bewältigbar erschienen, werden nun ebenfalls mit Angstgefühlen belegt und fortan gemieden. Daraus kann eine regelrechte Abwärtsspirale resultieren.

Die körperlichen Symptome zeigen sich als Unwohlsein, Schweißausbrüche, Herzklopfen oder -stolpern, Schwindel, Übelkeit, Engegefühl in der Brust und Atemnot. Besonders im Falle von Panikattacken sind diese Anzeichen sehr stark ausgeprägt. Die Angst fokussiert sich bei Betroffenen entweder auf die Enge selbst oder auf ein befürchtetes Ersticken. Insbesondere bei letzterem wird im Falle von Panik auftretende Atemnot als katastrophal empfunden. Die Zahl zu meidender Situationen kann derart überhandnehmen, dass ein Arbeits- und Privatleben schwierig bis unmöglich wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten existieren?

Als Therapie wird eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Diese kann Techniken vermitteln, die das Angstniveau Betroffener auf ein erträgliches Maß senken und den Umgang hiermit ermöglichen sollen. Gleichzeitig findet eine graduelle Exposition statt, bei der der Patient nach und nach begleitet den beängstigenden Situationen ausgesetzt wird, um eine Gewöhnung zu erreichen. Gelegentlich kommen auch angsthemmende Medikamente zum Einsatz, allerdings ist hier die teilweise erhebliche Abhängigkeitsgefahr zu bedenken. Zurzeit werden Ansätze mit virtueller Darstellung der Auslösesituation getestet.
Eine besondere Herausforderung stellen Untersuchungen im MRT dar, da die Patienten hier über einen längeren Zeitraum still in einer engen Röhre verweilen müssen. In diesem Fall können einmalig Beruhigungsmittel eingesetzt werden, zunehmend kommen auch offene MRT-Apparate zum Einsatz.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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