Gesünder Leben
An diesen Symptomen erkennen Sie einen Reizdarm
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An diesen Symptomen erkennen Sie einen Reizdarm

Bei einem Reizdarm fallen die Symptome recht unterschiedlich aus: Einige Patienten leiden an Durchfall, andere an anhaltender Verstopfung, mal wechseln beide einander ab. In allen Fällen ist die Darmmotilität gestört und es treten über einen längeren Zeitraum Schmerzen und Blähungen auf.

Wieso hat man bei einem Reizdarm Durchfall oder Verstopfung?

Der Flüssigkeitsgehalt des Stuhls hängt maßgeblich von seiner Verweildauer im Darm ab. Je länger der Nahrungsbrei dort verbleibt, desto mehr Wasser entzieht der Dickdarm. Bei einer schnellen Passage ist eine solche Entwässerung kaum möglich, sodass im Enddarm ein wasserhaltiger Stuhl ankommt und zu Durchfällen führt. Je nachdem ob Durchfall oder Verstopfung als vorherrschendes Symptom auftritt, unterscheidet man zwischen RDS-O (für Obstipation) mit langsamem und RDS-D (für Diarrhoe) mit schnellem Transit.

Die typischen Anzeichen von Reizdarm

Beim Reizdarmsyndrom treten weiche bis flüssige Durchfälle mehr als dreimal täglich auf. Der Stuhldrang ist fast immer plötzlich und heftig, sodass sich die Patienten kaum aus der Reichweite einer Toilette getrauen. Umgekehrt sieht es bei Verstopfungen aus. Der Stuhl ist hart wie Schaftskot, meist dunkel gefärbt und wird nur ein bis zwei Mal pro Woche abgesetzt. Oft bleibt nach dem Gang zum stillen Örtchen ein Gefühl unvollständiger Entleerung. Hinzu kommen in beiden Fällen Blähungen (Flatulenzen) und ein oft trommelhart gespannter Blähbauch (Meteorismus). Die Weiterleitung der reichlich gebildeten Darmgase funktioniert nicht, sodass sie sich ansammeln und den Leib auftreiben. Eine solche Ausweitung nimmt der Darm übel und reagiert mit heftigen Schmerzen. Diese sind das Ergebnis der ohnehin gereizten Darmschleimhaut, die durch die Gase über Gebühr gedehnt wird. Die Schmerzen sind teils krampfartig, brennend, drückend oder stechend und auf Dauer höchst störend.

Weitere möglichen Beschwerden beim Reizdarmsyndrom

Häufig kommt es bei Reizdarm selbst nach kleinen Mahlzeiten zu einem unangenehmen Völlegefühl. Der Stuhlgang ist mit Schmerzen verbunden. Auf festem Stuhl erkennt man eine deutliche Auflage aus Schleim. Trotzdem bessern sich die Beschwerden nach der Toilette für eine Weile. Hinzu kommen bei einigen Patienten Krankheitszeichen, die nichts mit dem Verdauungstrakt zu tun haben. Dazu gehören Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Schmerzen im Rücken. Diese Symptome treten in unterschiedlicher Intensität und Dauer auf. Mal erscheinen sie nur nach den Mahlzeiten, bei anderen Personen halten sie über Monate und Jahre an. In jeden Fall sind sie für die Einschränkungen der Lebensqualität beim Reizdarm verantwortlich.

Untypische Symptome treten bei einer Vielzahl von Krankheiten auf

Alle diese Beschwerden sind nicht typisch für einen Reizdarm. Ebenso kommen sie bei einer Vielzahl anderer Magen-Darm-Erkrankungen vor, von Durchfällen infolge von Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen, Einzellern oder Würmern bis zu Kolon- und Ovarialkarzinomen. Ähnlich äußern sich die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Glutenunverträglichkeit (Sprue oder Zöliakie) sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten gegenüber Fruktose, Sorbitol und Laktose. Selbst allergische Reaktionen auf verschiedene Medikamente führen zu ganz ähnlichen Symptomen.

Reizdarm - Warum zum Arzt gehen?

Das komplexe Krankheitsgeschehen beim Reizdarmsyndrom macht einen Besuch beim Gastroenterologen notwendig. Mit einer gründlichen Untersuchung durch einen Spezialisten lassen sich andere Erkrankungen sicher ausschließen. Viele davon weisen ein größeres Gefährdungspotential auf als ein Reizdarm. Nur so ist eine zielgerichtete Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen möglich, völlig unabhängig von der Diagnose.

Um die unspezifischen Symptome akkurat einordnen zu können, führt der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung und Befragung durch. Wichtig für die korrekte Diagnose sind unter anderem Intensität und Art der Beschwerden, ihre Dauer und gegebenenfalls resultierende psychologische Auswirkungen. Wichtiger Bestandteil der Diagnosestellung ist der Ausschluss von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Daher muss der Patient zeitweise und gezielt auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, etwa Milchzucker, Fruchtzucker oder Gluten. Bessern sich durch diese Maßnahmen die Beschwerden, handelt es sich um eine entsprechende Intoleranz und nicht um ein Reizdarmsyndrom.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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