Alzheimer und andere Demenzformen •

Vaskuläre Demenz: Ursache, Symptome und Behandlung der Demenzform

Die Vaskuläre Demenz entwickelt sich aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dabei spielen die Blutgefäße eine entscheidende Rolle, daher der Name (vaskulär kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "die Blutgefäße betreffend"). Von den rund 1,7 Millionen Demenzkranken in Deutschland leiden etwa 15 Prozent unter vaskulärer Demenz, damit ist das die zweithäufigste Demenzform nach Alzheimer.

Ursachen der Vaskulären Demenz

Gemeinsam ist allen Formen der Vaskulären Demenz, dass Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut, und dadurch mit Sauerstoff versorgt werden. Durch die Unterversorgung sterben Nervenzellen ab. 

Zu der gestörten Blutversorgung kann es auf verschiedene Weise kommen: 

1. Durch einen Schlaganfall, also eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung des Gehirns. 

2. Sehr häufig sind es auch mehrere kleine Infarkte, die gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Die dadurch ausgelöste Demenz heißt "Multiinfarkt-Demenz".

3. Auch eine Hirnblutung kann vaskuläre Demenz auslösen. Zu einer Hirnblutung kommt es zum Beispiel, wenn aufgrund von Bluthochdruck Gefäße platzen.

Und schließlich ist es auch möglich, dass die Durchblutungsstörungen auftreten, weil die Wände der kleinen Blutgefäße verdickt oder durch Ablagerungen verengt sind. Der Blutfluss wird dann behindert und es können sich schneller Blutpfropfen (Thrombosen) bilden, die dann einzelne Gefäße komplett verschließen. 

Symptome der Vaskulären Demenz 

Die Symptome können bei dieser Form der Demenz sehr unterschiedlich sein, da sich auch die Ursache, beziehungsweise die betroffene Hirnregion von Patient zu Patient unterscheiden. Anders als bei Alzheimer ist weniger das Gedächtnis betroffen, eher Sprache oder Orientierung. 

Die Ausfallerscheinungen sind auch nicht immer gleichstark, sie können von Tag zu Tag schwanken. Generell ist der Verlauf der Krankheit nicht gleichmäßig, sondern eher stufenförmig oder sprunghaft. Das heißt: Es kann immer wieder Phasen geben, in denen die Symptome sich nicht weiter verschlimmern, gefolgt von einer plötzlichen Verschlechterung. Die Krankheit kann auch zu einem sehr langen Stillstand kommen. 

Zu den Symptomen der Vaskulären Demenz gehören: 

- Gestörte Sprache: Betroffenen suchen lange nach dem richtigen Wort, oder es fällt ihnen schwer, zusammenhängend zu sprechen

- Antriebs- und Konzentrationsstörungen

- Gestörter Orientierungssinn

- Inkontinenz

- Stimmungsschwankungen: Patienten lachen manchmal in der einen Minute und weinen in der nächsten, ohne dass es einen erkennbaren Anlass dafür gibt

- Epilepsie

- Depressionen

Vaskuläre Demenz: Das sind die Risikofaktoren 

Für die vaskuläre Demenz gilt das Gleiche wie für andere Demenzformen auch: Ein wesentlicher Risikofaktor ist das Alter. Einen Unterschied zu beispielsweise Alzheimer gibt es aber: Andere Risikofaktoren spielen hier auch eine große Rolle, und einige davon lassen sich gut beeinflussen.

Dazu zählt vor allem Bluthochdruck. Unbehandelt kann der die Gefäße im Gehirn dauerhaft schädigen, was eine Minderdurchblutung begünstigt. Weitere Faktoren, die sich steuern lassen, sind Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht. Auch ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Diabetes erhöhen das Risiko, an vaskulärer Demenz zu erkranken. 

Diagnose einer Vaskulären Demenz

Es gibt nicht das eine Symptom, oder die eine Untersuchung, die zweifelsfrei beweisen, dass jemand an vaskulärer Demenz erkrankt ist. Ein Arzt stellt seine Diagnose deshalb auch erst nach mehreren, ganz unterschiedlichen Untersuchungen.

Als erstes befragt er den Patienten nach Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen. Genauso nach Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Bewegungsmangel.

Bei einem Verdacht auf vaskuläre Demenz checkt der Arzt dann das Herz-Kreislauf-System, also zum Beispiel Blutdruck und Herzgeräusche. Außerdem testet er Tastsinn, Gleichgewichtssinn, Koordination und Reflexe. 

Weitere Untersuchungen werden eventuell im MRT oder im CT durchgeführt, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Üblich sind auch Blutuntersuchungen und Ultraschall.

Diese große Anzahl an Tests ist nötig, da die Unterscheidung zu Alzheimer oft schwierig ist. Es gibt auch Mischformen dieser beiden Krankheiten, was die Diagnose oft noch weiter verkompliziert. 

So wird eine Vaskuläre Demenz behandelt

Heilen lässt sich vaskuläre Demenz nicht. Es ist trotzdem wichtig, die Krankheit früh zu erkennen und die Therapie früh zu beginnen, denn so lässt sich der Verlauf der Demenz beeinflussen. Die Symptome können gelindert werden und vor allem wird es das Ziel sein, einer weiteren Schädigung des Gehirns entgegenzuwirken.

Medikamentöse Behandlung der Vaskulären Demenz

Es gibt keine Medikamente, die speziell bei vaskulärer Demenz wirksam und dafür zugelassen wären. Im Einzelfall kann der behandelnde Arzt entscheiden, Medikamente zu geben, die die Symptome etwas lindern. 

Wenn der Patient von Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck betroffen ist, ist es auf jeden Fall sinnvoll, diese Grunderkrankungen medikamentös in den Griff zu bekommen, um weitere Gefäßschäden zu vermeiden. Auch ein spezieller Ginko-Extrakt scheint bei vaskulärer Demenz zu helfen.

Nicht-medikamentöse Behandlung der Vaskulären Demenz umso wichtiger 

Da die medikamentöse Behandlung so schwierig ist, sind andere Therapieformen um so wichtiger:

- Gedächtnistraining
- Musik- und Tanztherapie
- Ergotherapie
- Gehtraining
- Toilettentraining, falls der Patient unter Inkontinenz leidet

Verlauf der Vaskulären Demenz

Wie schon beschrieben, gibt es für vaskuläre Demenz verschiedene Ursachen. Entsprechend schlecht lässt sich bei Patienten der Verlauf vorhersagen. Liegt dann auch noch eine Mischform vor, also keine reine vaskuläre Demenz, ist eine Vorhersage fast unmöglich.

Fest steht allerdings, dass sich die Lebenserwartung im Allgemeinen verkürzt. Die Patienten sterben häufig an einer Lungenentzündung oder einem Schlaganfall.

Was sich im Einzelfall tun lässt, um dem Patienten so lange wie möglich eine gute Lebensqualität zu verschaffen, kann am besten der behandelnde Arzt beantworten.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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