Alzheimer •

So wird Alzheimer diagnostiziert

Wer im Alter an Vergesslichkeit leidet, muss noch lange nicht von Alzheimer betroffen sein. Es gibt viele mögliche Ursachen für nachlassende Merkfähigkeit in späten Lebensjahren. Das Symptom sollte trotzdem ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Denn falls es sich doch um Alzheimer handelt, benötigen Betroffene so schnell wie möglich passende Medikamente, um den Krankheitsverlauf so lange wie möglich hinauszuzögern.

Warum wird Alzheimer mittels Ausschlussverfahren diagnostiziert?

Um Alzheimer mit einer Sicherheit von 100 Prozent zu diagnostizieren, müsste dem Gehirn eine Gewebeprobe entnommen werden. Eine solche Gewebeentnahme führen Ärzte bei lebenden Personen aber nicht durch. Es bleibt nur das Ausschlussverfahren, bei dem der Betroffene auf verschiedene Krankheiten mit ähnlichen Symptomen untersucht wird. Ist klar, dass keine dieser Krankheiten zutrifft, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Alzheimer. Die folgenden vier Untersuchungen geben insgesamt weitgehende Klarheit über das Vorliegen oder Nicht-Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung.

Arztgespräch mit Anamnese und erster Körperuntersuchung

Der Hausarzt ist Ihr erster Ansprechpartner. Er führt nach einer ausgiebigen Anamnese (Erfassung der Krankengeschichte) körperliche Untersuchungen durch, um herauszufinden, ob Patienten unter typischen Alzheimer-Symptomen wie Vergesslichkeit, Sprach- oder Bewegungsstörungen leidet.

Dabei beachten erfahrene Ärzte, dass Alzheimer-Betroffene ihre Symptome häufig verbergen. Untersucht werden zudem Herz, Lungen, Augen und Ohren. Durch Blut- und Urinuntersuchungen lassen sich im Labor zudem weitere häufige Erkrankungen ausschließen, wie zum Beispiel die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder Infektionen.

Psychometrische Tests

Diese Tests offenbaren, ob und wie sehr das Denk- und Erinnerungsvermögen der Patienten bereits gestört ist. Darunter fällt zum Beispiel der Mini-Mental Status Test (MMST). Die Patienten müssen dabei Fragen beantworten wie "Welche Jahreszeit haben wir gerade?" oder "In welcher Stadt befinden wir uns?" sowie kleinere Aufgaben erledigen.

Beim Uhrentest werden die Patienten stattdessen aufgefordert, ein analoges Ziffernblatt mit Zeigern zu zeichnen. Verfügen sie noch über räumliches Vorstellungsvermögen und Problemlösekompetenz, zeichnen sie die Uhr korrekt auf. Ist das nicht der Fall, gibt die individuelle Herangehensweise der Patienten Aufschluss über das vorliegende Krankheitsstadium. Weitere Tests heißen Demenz-Detection-Test (DemTect) oder Alzheimer's Disease Assessment Scale Cognition Test (ADAS-Cog).

Bildgebende Verfahren

Mit bildgebenden Verfahren lassen sich besonders gut Gehirnveränderungen wie Tumore oder Erkrankungen der Gefäße aufdecken. Ist das der Fall, kann Alzheimer vorerst häufig ausgeschlossen werden. Zum Einsatz kommen dabei die Computer-Tomografie (CT) und die Magnet-Resonanz-Therapie (MRT). Diese Verfahren sind teilweise auch in der Lage, typische Veränderungen am Gehirn zu entdecken, die mit Alzheimer oder anderen Demenz-Erkrankungen einhergehen.

Untersuchung des Liquors

Das Gehirnwasser, der sogenannte Liquor, kann relativ zuverlässig Aufschluss über das Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung geben. Für gewöhnlich werden Patienten dazu stationär aufgenommen. Denn es müssen verschiedene Untersuchungen miteinander kombiniert werden und die Patienten müssen im Anschluss an die Entnahme mindestens zwei Stunden ruhen. Die Entnahme des Liquors findet in der Regel zwischen zwei Wirbeln der Lendenwirbelsäule statt. Der Arzt sticht mit einer langen Hohlnadel in den Nervenwasserkanal ein, um daraus etwas Gehirnwasser zu entnehmen. Leiden die Patienten unter Alzheimer, findet sich im Liquor eine veränderte Konzentration bestimmter Biomarker wieder. Dabei handelt es sich um Beta-Amyloid und Tau-Proteine.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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