Alzheimer •

Alzheimer: An diesen Symptomen erkennen Sie die Erkrankung

Vergesslichkeit oder das gelegentliche Gefühl, im Alltag überfordert zu sein, sind deshalb meist ganz normale Alterserscheinungen. Sie sind zwar nicht schön, aber auch nicht besorgniserregend.

Eine Früherkennung ist wichtig

Nehmen die Ausfallerscheinungen zu, kann das darauf hindeuten, dass der Betroffene unter Alzheimer leidet. In diesem Fall ist es wichtig, dass die Krankheit möglichst früh erkannt wird. Sowohl für den Patienten selbst, als auch für seine Angehörigen, die sich darauf einstellen müssen.

Wo aber hört eine normale Vergesslichkeit auf und ab wann ist sie Anzeichen einer Erkrankung? Die folgende Liste hilft Ihnen bei der Unterscheidung.

Gedächtnislücken

Älteren Menschen passiert es häufiger, dass ihnen Namen oder Termine gerade nicht einfallen. In der Regel erinnern sie sich aber später wieder daran. Personen, die an Alzheimer erkrankt sind, vergessen dagegen ständig Termine oder Informationen, die sie kürzlich bekommen haben. Sie können ihren Alltag nur noch mit Gedächtnisstützen meistern (zum Beispiel Erinnerungszetteln) und stellen bestimmte Fragen immer wieder.

Probleme beim Planen oder beim Lösen von Problemen

Alzheimerpatienten haben Probleme, abstrakte Aufgaben zu erledigen: Zum Beispiel, eine Banküberweisung auszufüllen. Mit Problemen sind hier nicht einzelne Fehler gemeint, sondern das Ausfüllen insgesamt. Die Betroffenen haben auch Schwierigkeiten, Abläufen zu folgen - etwa wenn es darum geht, ein Rezept nachzukochen. Sie können sich nur noch schwer konzentrieren oder etwas planen.

Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten

Im Alter ist das Gehirn nicht mehr so offen für Neues. Entsprechend brauchen ältere Menschen schon mal Hilfe bei komplizierteren Problemen, wie dem Programmieren von technischen Geräten. Besorgniserregend wird es erst, wenn die Person auch Routineaufgaben nicht mehr ohne Unterstützung ausführen kann, oder nur sehr langsam. 

Orientierungsprobleme, räumlich und zeitlich

Es ist normal im Alter, manchmal Wochentage durcheinander zu bringen. Alzheimerpatienten verlieren allerdings komplett den Zeitbezug. Sie wissen nicht mehr, welche Jahreszeit gerade ist, können die Uhr nicht lesen oder verstehen Abläufe nicht, die in der Zukunft stattfinden. Auch die räumliche Orientierung geht verloren: Die Betroffenen wissen manchmal nicht mehr, wo sie gerade sind oder wie sie dorthin gelangten.

Wahrnehmungsstörungen

Bei Senioren lässt oft das Sehvermögen nach, meist durch Grauen Star. Alzheimer verursacht noch weitere Sehstörungen: Die Menschen können Farben oder Kontraste nicht mehr gut erkennen. Das Lesen wird schwierig, genauso das Erkennen von vertrauten Gesichtern. Das kann sogar so weit gehen, dass sich die Person im Spiegel sieht und für jemand anderen hält.

Schwierigkeiten beim Sprechen und Schreiben

Solange eine ältere Person nur manchmal das richtige Wort nicht findet, ist es kein Grund zur Sorge. Erst wenn das Problem häufiger auftritt, sollte man hellhörig werden. Besonders, wenn die Person sogar falsche Wörter benutzt. Sie hat dann meist auch Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen und wenn sie selber spricht, verliert sie oft den Faden oder wiederholt sich.

Verlegen von Gegenständen

Das kennen sogar jüngere Leute: Man weiß beim besten Willen nicht mehr, wo man etwas hingelegt hat. Meistens erinnert man sich aber später wieder, weil man die Schritte nachvollzieht, die man vorher gemacht hat. An Alzheimer Erkrankte können diese Schritte nicht mehr nachvollziehen. Sie vergessen auch, wozu Dinge gut sind und legen sie an unsinnige Plätze. Die Schuhe in den Kühlschrank, zum Beispiel.

Schlechtes Urteilsvermögen

Jeder trifft mal eine schlechte Entscheidung. Alzheimerpatienten treffen aber auffällig viele. Sie geben zum Beispiel zu viel Geld aus, ziehen Kleidung an, die für den Anlass oder die Witterung völlig unpassend ist oder kümmern sich nicht mehr um ihre Körperhygiene.

Rückzug aus dem sozialen Leben

Wer kennt das nicht: Man hat manchmal keine Lust mehr auf die Arbeit oder auf soziale Verpflichtungen. Ein Symptom für Alzheimer ist diese Tendenz erst, wenn der Betroffene immer weniger Antrieb zeigt, er seine Hobbies nicht mehr ausübt und nur noch ungern in Gesellschaft ist.

Veränderung der Persönlichkeit

Im Alter werden Menschen unflexibler. Sie reagieren oft gereizt, wenn irgendetwas aus dem gewohnten Rahmen ausbricht. Alzheimerpatienten sind dagegen misstrauisch, gereizt oder depressiv. Sie fühlen sich unwohl an fremden Orten, werden aggressiv oder rastlos.

Wenn Sie Sorge haben, dass Sie oder ein Angehöriger an Alzheimer erkrankt sein könnte, beobachten Sie die Person aufmerksam. Bemerken Sie eines oder mehrere der aufgeführten Symptome, gehen Sie zu einem Arzt. Nur dort bekommen Sie wirklich Gewissheit.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Artikel
Das sind die Ursachen von Alzheimer

Über eine Million Menschen in Deutschland leiden an Alzheimer, der häufigsten...

weiterlesen
Das sind die Ursachen von Alzheimer
Artikel
So wird Alzheimer diagnostiziert

Wer im Alter an Vergesslichkeit leidet, muss noch lange nicht von Alzheimer betroffen...

weiterlesen
So wird Alzheimer diagnostiziert
Artikel
Wie Alzheimer behandelt werden kann

Hunderttausende Menschen in Deutschland leiden unter Alzheimer. Für Betroffene...

weiterlesen
Wie Alzheimer behandelt werden kann
Artikel
Alzheimer-Verlauf: Woran sterben Alzheimer-Patienten?

Alzheimer ist eine sehr ernste Erkrankung, die die Betroffenen bis in den Tod hinein...

weiterlesen
Alzheimer-Verlauf: Woran sterben Alzheimer-Patienten?