Ob Pollen oder andere potentielle Allergene eine Allergie auslösen, ist unter anderem in den Genen verankert.
Allergien: Ursachen und Symptome

Allergien vorbeugen - das können Sie tun

In Deutschland leiden jede dritte Frau und jeder vierte Mann an einer allergischen Erkrankung – Tendenz  steigend. In der Forschung wird es zunehmend wichtiger herauszufinden, ob und wie sich Allergien vorbeugen lassen. Einige Faktoren, die das Allergierisiko senken können, sind bereits bekannt.

Die größten Risikofaktoren für Allergien

Die Veranlagung zu einer Allergie wird vererbt. Das Allergierisiko steigt dabei abhängig von der Häufigkeit und der Art der Allergien in der Familie an. Ist ein Geschwisterkind allergisch, liegt das Allergierisiko für das andere Kind bei geschätzten 25 bis 35 Prozent. Leiden beide Elternteile unter der gleichen Allergie, kann das Allergierisiko für das Kind bis zu 80 Prozent betragen.

Ob eine allergische Erkrankung ausbricht, hängt jedoch von zahlreichen weiteren Faktoren und nicht

allein von der genetischen Veranlagung ab. Zu den Faktoren, die eine Allergie begünstigen, gehören:

  • aktives und passives Rauchen
  • Kontakt zu Schadstoffen, beispielsweise aus Abgasen oder Schimmelpilze
  • Kaiserschnitt statt normale Geburt
  • fehlende oder zu intensive Exposition zu potentiellen Allergenen, wie dem Kot von Hausstaubmilben und Pollen
  • allgemeiner Gesundheitszustand

Allergien vorbeugen in der Schwangerschaft

Bereits während der Schwangerschaft sind ungeborene Kinder zahlreichen Einflüssen ausgesetzt. Werdende Mütter können Allergien vorbeugen, wenn sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Schadstoffe meiden: Auf (passives) Rauchen muss verzichtet werden.
  • Schadstoffe können auch aus neuen Möbeln, Farben und Lacken austreten. Wenn der Nestbau-Instinkt zum Renovieren verleitet, sollte demnach auf die Unbedenklichkeit der eingesetzten Materialien geachtet werden.
  • Abwechslungsreich essen: Lange hielt sich der Glaube, Schwangere sollten auf potentielle Allergene wie Nüsse verzichten. Derlei Lebensmittel können und sollten aber auch vor der Geburt auf dem Speiseplan stehen. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung trägt zur Versorgung mit Nährstoffen bei und kann dazu beitragen, das Allergierisiko zu senken.
  • Verzicht auf Medikamente: Es wird untersucht, ob die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika während der Schwangerschaft das Risiko für die Entstehung einer Allergie erhöhen kann. Wichtig ist daher, keine unnötigen Medikamente einzunehmen und wenn möglich auf sichere Alternativen zurückzugreifen. Natürlich ist hierzu jeweils eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Allergien bei Kindern vorbeugen

Nach der Schwangerschaft gibt es weitere Möglichkeiten, das Allergierisiko für das Kind zu senken. Bislang konnte noch nicht vollständig erforscht werden, inwiefern sich die Faktoren gegenseitig beeinflussen. Eine Tendenz zur Senkung des Allergierisikos lässt sich jedoch bei den folgenden Punkten erkennen:

  • Natürliche Geburt: Wenn Kinder den Geburtskanal passieren, kommen sie in Kontakt mit der Vaginalflora der Mutter. Scheinbar senkt dies im Vergleich zu einem Kaiserschnitt das Allergie-Risiko.
  • Stillen: Alleiniges Stillen bis wenigstens zum vierten Lebensmonat stärkt das Immunsystem.
  • Beikost: Etwa ab dem vierten Monat können Mütter zusätzlich zum Stillen auch Beikost reichen. Die neuen Nahrungsmittel sollten jeweils langsam eingeführt werden. In den ersten Jahren ist es nicht nötig - wie manchmal empfohlen - auf potentielle Allergene wie Fisch, Nüsse und Weizen zu verzichten. Wer bei der Ernährung des Kindes unsicher ist, kann das Gespräch mit einem Allergologen suchen.
  • Ältere Geschwister: Kontakt zu älteren Kindern trainiert das Immunsystem und stärkt die Abwehrkräfte.
  • Kindertagesstätte: Kinder, die vor dem zweiten Lebensjahr in einer Kindertagesstätte betreut werden, neigen Untersuchungen zufolge weniger zur Entwicklung von Allergien.
  • Hausstaubmilben: Hier gibt es gegensätzliche Einflüsse. Die Vermeidung von Hausstaubmilbenexkrementen scheint während der ersten zwei Lebensjahre einer Allergie vorbeugen zu können, ab dem dritten Lebensjahr jedoch Allergien zu fördern.
  • Im Dreck spielen: Bei Kleinkindern wandern die Hände schnell in den Mund - auch, wenn sich daran Sand oder Erde befinden. So gefährlich oder zumindest eklig dies scheint: "Sauberer" Dreck kann das Immunsystem trainieren.
  • Aufenthalt im Kuhstall: Kinder, die auf dem Land beziehungsweise auf einem Bauernhof aufwachsen, leiden seltener unter Allergien. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich häufiger in Kuhställen aufhalten. Scheinbar sorgt der Kontakt zu den Mikroben von Rindern für eine Art Allergieschutz.

Allergien vorbeugen: Wie Erwachsene sich schützen können

Allergien lassen sich trotz Vorbeugemaßnahmen oft nicht verhindern und können in jedem Lebensalter auftreten. Als wichtiger Allergieschutz im Erwachsenenalter gilt der Rauchverzicht. Auch der Kontakt zu anderen Schadstoffen sollte weitestgehend vermieden werden. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gesundheit und das Immunsystem. Für Personen mit einem hohen Allergierisiko kann es sinnvoll sein, auf die Anschaffung eines Haustieres zu verzichten. Besteht bereits eine Allergie, kann der Allergologe über mögliche Therapie-Maßnahmen informieren und wichtige Tipps für den Alltag geben. Medikamente, mit denen sich Allergien vorbeugen lassen, gibt es noch nicht.

Allergien vorbeugen - Das Wichtigste auf einen Blick

Die Veranlagung eine Allergie zu entwickeln ist vererbt, ihre Entstehung hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Um einer Allergie vorzubeugen, spielt der Rauchverzicht eine bedeutende Rolle. Für Kinder gilt: Zu viel Sauberkeit ist eher nicht förderlich für die Entwicklung eines gesunden Immunsystems. Aktuell ist es noch nicht möglich, Allergien mit Medikamenten vorzubeugen.

 

Disclaimer: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Darmgesundheit oder zu Darmerkrankungen haben, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt. 

Ann-Kathrin Landzettel
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