5 Risikofaktoren für Diabetes Typ 2
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5 Risikofaktoren für Diabetes Typ 2

Das genetische Risiko, an Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) zu erkranken, lässt sich nicht beeinflussen. Andere Risikofaktoren der Zuckerkrankheit hingegen schon. Dazu gehören vor allem Übergewicht und mangelnde Bewegung. Diese fünf Diabetes-Risikofaktoren "stressen" die Bauchspeicheldrüse.

Risikofaktor Diabetes Typ 2: genetische Veranlagung

Auf die Frage, welche Risikofaktoren Diabetes Typ 2 auslösen, wird oft mit genetischer Veranlagung geantwortet. Bei der Entstehung der Krankheit lassen zwei Mechanismen die Blutzuckerwerte ansteigen: Zum einen entwickeln die Körperzellen eine Insulinresistenz und nehmen nicht mehr ausreichend Zucker aus dem Blut auf. Zum anderen erschöpfen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und schütten weniger Insulin aus.

Bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes sind die Gene wesentlich beteiligt. Weit über 100 Genvarianten sind bekannt, die mit Typ-2-Diabetes in Zusammenhang stehen. Die Genveränderungen betreffen vor allem folgende Bereiche:

  • die Erkennung von Insulin im Gehirn
  • die Freisetzung von Fettsäuren im Fettgewebe
  • die Glukosebildung in der Leber
  • die Funktion der Beta-Zellen
  • die Zuckeraufnahme in die Muskelzellen
  • die Insulinresistenz der Muskulatur

Eine einzelne Genveränderung bedeutet nicht, dass man an Diabetes mellitus erkrankt. Summieren sich diese Genveränderungen jedoch, steigt das Diabetes-Risiko. Besteht in der Familie ein Diabetes, steigt auch das eigene Risiko: Wenn Eltern oder Geschwister Typ-2-Diabetiker sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit bis zu 60 Prozent, im Laufe des Lebens ebenfalls zu erkranken.

Risikofaktor Diabetes Typ 2: Übergewicht

Der stärkste Risikofaktor: Diabetes Typ 2 trifft oft Menschen mit Übergewicht. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie viel man wiegt, sondern auch, wo das Fett sitzt. Vor allem Fett im Bauchraum, sogenanntes viszerales Bauchfett, ist ein Risikofaktor. Es lagert sich an den inneren Organen wie Leber und Darm ab. Zudem ist es sehr stoffwechselaktiv: Es setzt Fettsäuren frei und bildet entzündungsfördernde Botenstoffe. Je mehr viszerales Bauchfett vorhanden ist, desto größer ist der Risikofaktor, dass die Blutfettwerte negativ beeinflusst werden, der Blutdruck steigt und der Blutzuckerspiegel aus der Balance gerät. Wer häufig fett- und zuckerreich isst, läuft nicht nur Gefahr zuzunehmen, sondern strapaziert auch die insulinproduzierenden und die zuckeraufnehmenden Zellen.

Ein großer Bauchumfang deutet darauf hin, dass sich Fett an den inneren Organen abgelagert hat. Vor allem die Fettleber ist ein großer Risikofaktor - Diabetes Typ 2 trifft oftmals Betroffene. Ein Taillenumfang ab 88 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise 102 Zentimetern bei Männern weist auf ein deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Männer mit einem Taillenumfang von über 102 Zentimetern haben ein 3,4-fach höheres Diabetes-Risiko als Männer, deren Taillenumfang im Normalbereich, also unter 94 Zentimetern liegt. Bei Frauen sollte der Umfang unter 80 Zentimetern liegen. Am besten misst man den Taillenumfang im Stehen und mit freiem Oberkörper. Das Maßband wird hierfür in die Mitte zwischen Beckenkamm und dem unteren Rand des Rippenbogens gelegt.

Risikofaktor Diabetes Typ 2: zu wenig Bewegung

Bewegung ist ein bedeutender Faktor, um das  Gewicht im Normalbereich zu halten. Doch nicht nur im Kampf gegen überflüssige Pfunde ist eine Mischung aus sportlicher Aktivität und Alltagsbewegung wertvoll, um Diabetes Risikofaktoren zu verringern. Bewegung wirkt sich auch auf die Zuckerwerte positiv aus. Es gibt Untersuchungen, die gezeigt haben, dass man sein Diabetes Risikofaktor um bis zu 60 Prozent senken kann, wenn man über fünf Jahre hinweg jeden Tag 30 Minuten Sport treibt. Diabetes-Experten zufolge ist Sport sowohl in der Prävention als auch bei einem beginnenden oder bereits länger bestehenden Diabetes deutlich effektiver als Medikamente.

Eine Kombination aus Kraftsport und Ausdauersport gilt als besonders wirkungsvoll und wirkungsvoll die Risikofaktoren zu verringern: Ausdauersport verbrennt Kalorien, hält den Kreislauf fit und stärkt die Stoffwechselvorgänge im Körper. Kraftsport fördert das Muskelwachstum.  Ein Plus an Muskeln steigert den Kalorienverbrauch, unterstützt die Zuckerverarbeitung und entlastet die Bauchspeicheldrüse.

Risikofaktor Diabetes Typ 2: Rauchen

Rauchen gehört ebenfalls zu den bedeutenden Diabetes-Risikofaktoren. Wer auf Zigaretten verzichtet, kann sein Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 50 Prozent senken. Experten gehen davon aus, dass die in Zigaretten enthaltenen schädlichen Substanzen die Bauchspeicheldrüse schädigen. Auch Passivrauchen erhöht das Diabetes-Risiko.

Risikofaktor Diabetes Typ 2: Alkohol

Alkohol ist ebenfalls kritisch, da er Stoffwechselvorgänge anstößt, die einen großen DIabetes Risikofaktor darstellen. Zudem ist Alkohol sehr kalorienreich, ähnlich wie Fett. Alkohol sollte man in Hinblick auf das Diabetes-Risiko daher nur in Maßen genießen. Epidemiologischen Studien zufolge ist ein moderater Alkoholkonsum von zehn Gramm für Frauen und 20 Gramm für Männer mit keinem höheren Diabetes-Risiko verbunden. Zur Orientierung: Ein Standardglas Alkohol enthält um die zehn Gramm Alkohol.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Autor/-in
Ann-Kathrin Landzettel

Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.

 

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