So bereiten Sie Ihren PC oder Ihr Notebook optimal auf die Reparatur vor

Vermutlich weniger schlimm und dennoch genauso ärgerlich ist das scheinbar grundlose Versagen der Hardware. In solchen Fällen hilft häufig keine Computerwartung mehr. Wenn plötzlich die Tastatur nicht mehr funktioniert, der Lüfter heiß läuft oder der PC einfach nicht mehr hochfährt wird es Zeit für eine Reparatur. Um mit dem wiederhergestellten Gerät nahtlos weiterarbeiten zu können sollten Sie vor Reparatur des Notebooks oder Computers einige Dinge beachten.

Erster Check vor der Computerreparatur: Ist der bestehende Schaden ein Garantiefall?

Der erste wichtige Schritt vor der Beauftragung eines Reparatur-Service ist die Abklärung der Garantiefrist. Je nach Alter des Geräts und Art des Schadens müssen die Kosten für die Wiederherstellung unter Umständen nicht selbst übernommen werden. Auskunft, ob die notwendige Reparatur durch die Herstellergarantie abgedeckt wird, gibt der Kaufbeleg des Elektromarktes, der übrigens bei elektronischen Geräten immer aufbewahrt werden sollte. 

Schäden, die bereits beim Auspacken oder bei der ersten Inbetriebnahme sichtbar werden, sind kein Garantie-, sondern ein Gewährleistungsfall. Je früher Sie einen derartigen Mangel entdecken, desto besser, denn wenn Sie das Gerät noch nicht oft genutzt haben, hält sich auch der Aufwand der Datensicherung und -entfernung in Grenzen.

Ereignet sich der Schaden innerhalb der Garantie oder Gewährleistung, ist der jeweilige Hersteller bzw. Garantieleister für alles Weitere zuständig. Ist die Garantiefrist abgelaufen, liegt es an Ihnen, Kontakt zu einem geeigneten Reparatur-Service aufzunehmen.

Ihr Anspruch auf Gewährleistung – Welche Rechte Sie beim Kauf eines Laptops oder Computers erwerben

Gewährleistung basiert auf dem gesetzlichen Anspruch eines Konsumenten auf einwandfreie Ware. Ein Kratzer im Display, eine funktionsunfähige Tastatur oder fehlende Funktionen, die in der Produktbeschreibung versprochen wurden können somit auf Kosten des Händlers repariert werden. Die Gewährleistungsfrist beträgt 24 Monate. Nach sechs Monaten muss der Kunde beweisen, dass das Gerät bereits bei Übernahme beschädigt war – und das ist in den meisten Fällen nur schwer möglich. In den ersten sechs Monaten wird ein Gewährleistungsfall vom Händler in der Regel anstandslos vor Ort entgegengenommen und die Reparatur kostenlos durchgeführt. Das Gewährleistungsrecht gilt im gesamten EU-Raum gleich.

Die Grenzen der Garantie – Wer im Schadensfall die Verantwortung trägt und für die PC-Reparatur aufkommt

Eine Garantie wird vom Hersteller und teilweise zusätzlich vom Händler freiwillig erteilt und geht über die Gewährleistung hinaus. Der richtige Ansprechpartner in Garantiefällen ist nicht der Händler, sondern der Hersteller bzw. seine autorisierte Servicestelle. Aufgrund der Freiwilligkeit ist die Garantie auch nicht standardmäßig geregelt, sondern variiert von Hersteller zu Hersteller. Die genauen Regelungen (Dauer, Service, Transportkosten, etc.) sind in den Garantiebedingungen festgelegt. Allen Garantiebedingungen ist gemein, dass sie nur bei korrektem Einsatz des Gerätes in Anspruch genommen werden können. Wer also sein Notebook mit Kaffee flutet oder sein Smartphone in der Toilette versenkt, wird keine Chance haben, diesen Schaden als Garantiefall reparieren zu lassen. In solchen Fällen kann nur die Versicherung – wenn Sie einen geeigneten Versicherungsschutz abgeschlossen haben – helfen. Selbiges gilt für Änderungen an der Hard- und Software. Manche technischen Zusatzkomponenten oder Programme gelten als unsachgemäße Behandlung und bringen die Garantie zum Erlöschen.

Egal ob Smartphone, Tablet oder Notebook – Datenrettung vor Reparaturen ist das A und O

Datensicherungen und Backups schützen vor Datenverlust und sollten vor einer Computerreparatur unbedingt vorgenommen werden, damit Ihre Daten nicht in falsche Hände geraten, wenn Sie das Gerät zur Reparatur bringen. Sowohl Windows-PCs, als auch Apple-Produkte verfügen über eingebaute Backup-Programme, die alle gespeicherten Dateien zu einem Paket komprimieren, das auf einem anderen Computer oder einer externen Festplatte, die Sie in jedem Fachgeschäft erhalten, gespeichert werden kann. Zusätzlich können teils kostenlose Programme, wie „Personal Backup“ oder „Paragon Backup & Recovery“ zur bequemen Datensicherung verwendet werden. Informieren Sie sich auf der Homepage des Herstellers oder nehmen Sie Kontakt zu dessen Service auf, wenn Sie Fragen zum Backup haben.

Tipp: Vergessen Sie nicht, über das Browser-Backup auch Ihre Internet-Daten wie Passwörter, Lesezeichen oder Favoriten zu sichern.

Auch Smartphones und Tablets verfügen über Backup-Funktionen. Darüber lassen sich die Daten auf dem Notebook zwischenspeichern und anschließend wieder zurückspielen. Ist die Sicherung abgeschlossen, können Sie die Daten auf dem zu reparierenden Gerät vollständig löschen.

Diese persönlichen Daten sollten Sie vor Reparaturen von Laptop und PC unbedingt entfernen

Um bei Abhandenkommen auf dem Transportweg oder bei der Reparatur selbst nicht mehr von Ihnen preiszugeben als nötig, empfiehlt sich vor der Versendung von Notebook, Tablet, Smartphone und Co. die Entfernung von persönlichen und sensiblen Daten. Auf dem Laptop sind dies weit mehr als nur Kontaktdaten, Nachrichten und Termine, denn ein Browser im PC speichert Daten, von denen Sie vielleicht gar nicht wissen, dass diese gesichert werden. Über die Einstellungen Ihres Browsers können solche Daten wieder gelöscht werden. Dazu gehören:

  • Cookies
  • Verlauf
  • Gespeicherte Kennwörter
  • Lesezeichen
  • Favoriten

Ihre Festplatte sollten Sie nach vorheriger Sicherung ebenfalls formatieren und bestenfalls auch defragmentieren, um eine Wiederherstellung durch Fremde zu erschweren. Ein geeignetes Programm dafür ist zum Beispiel „Secure Eraser“. Planen Sie für diesen Vorgang ausreichend Zeit ein, denn das vollständige Löschen einer Festplatte kann bis zu mehrere Stunden dauern.

Per Post zur Computerreparatur? So machen Sie Notebook und Co versandfertig!

Ist Ihr Laptop oder PC software-technisch auf den Transport vorbereitet, ist vor der Computerreparatur noch die Hardware zu schützen. Anschließend können Sie das Gerät direkt vor Ort in die Reparatur geben oder es per Post versenden. Wird das Gerät verschickt, muss die Verpackung natürlich penibler erfolgen, als bei eigenständiger Lieferung zum Reparatur Service. Aus Sicherheitsgründen sollte der Akku separat beigelegt werden, damit der Laptop sich während des Transports nicht einschalten kann. Ob das Netzteil ebenfalls mitgeschickt werden muss, sollten Sie im Vorfeld mit dem Reparatur-Service abklären. In jedem Fall sind ein beigelegtes Dokument mit Ihren Kontaktdaten und einer kurzen Problembeschreibung sowie eine Kopie des Kaufbelegs hilfreich. 

Die richtige Verpackung: Sorgen Sie für einen stabilen Versand Ihres Notebooks oder Computers, wenn Sie diesen zur Reparatur schicken

Reicht beim Selbst-Transport ein stabiler Karton, in dem der Inhalt stabil lagert, muss beim Postversand mit härteren Bandagen gearbeitet werden. Am besten füllen Sie vorhandene Zwischenräume im Paket mit Zeitungspapier aus und umwickeln den gesamten Inhalt mit einer Luftpolsterfolie, um ihn gegen Stöße von außen abzusichern. Eine solche Folie bekommen Sie beispielsweise in Ihrer Postfiliale. Um das Paket gewickelte Klebebänder mit ausreichender Breite (mindestens 3 cm) halten den Karton sicher zusammen. Ein Hinweis mit der Aufschrift „Vorsicht, zerbrechlich“ oder ein rotes Band mit dem Symbol für Glasbruch weisen den Versand-Service zusätzlich auf achtsame Handhabe hin. Gepolstert und verpackt ist Ihr Notebook fertig für die Reparatur.

Checkliste Computerreparatur