Der perfekte Angelausflug - Checkliste und Sicherheitstipps

Flüsse, Seen und das Meer – ein Paradies für Angler

Für deutsche Angler ist, abgesehen von den zahlreichen Flüssen und Angelteichen, die Nordsee das beliebteste Angelziel. Anfänger und Profis treffen sich hier und fahren auf ihren eigenen oder gemieteten Fischerbooten auf die offene See – oft bis ans Nordkap! Im kalten Wasser der hohen Gefilde vor der Küste von Norwegen tummeln sich gewaltige Fischschwärme, die jedes Anglerherz höherschlagen lassen. Im Gegensatz zu Angelausflügen an den See oder Fluss bringen Brandungsfischen, Hochseefischen oder Eisangeln auch eine gehörige Portion Abenteuer mit sich. Es gibt viele gute Fischrestaurants, doch was gibt es für den Angler besseres, als den selbst gefangenen Fisch zum Abendbrot zuzubereiten?

Was deutsche Angler für das Fischen in den einheimischen Gefilden benötigen

Wer in deutschen Gefilden fischen möchte, muss zwei Dokumente mit sich bringen: Den Fischereischein und die Fischereierlaubnis (Gewässerschein). Für Urlauber gibt es zeitlich begrenzte Sonderscheine, die auch ohne zuvor abgelegte Prüfung bezogen werden können. Die genauen Details und rechtlichen Feinheiten erfragen Sie am besten immer bei den lokalen Fischereibehörden, beim Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) oder beim Deutschen Anglerverband (DAV). Auch über Schonzeiten und Mindestgrößen kann hier Auskunft eingeholt werden. Fische, die unter der Mindestgröße liegen, müssen wieder ins Wasser gesetzt und zu gewissen Zeiten im Jahr darf in manchen Regionen gar nicht gefischt werden.

Die richtige Angel-Ausrüstung hängt vom Ziel ab!

Haben Sie das Ziel für Ihren Angelausflug festgelegt, fällt auch die Wahl des Equipments nicht mehr schwer. Zur Grundausstattung gehören Angelrute, Angelrolle, Angelschnur, Angelhaken und Köder. Je nach Fischart, auf die Jagd gemacht werden soll, werden spezielle Ruten benötigt, wie zum Beispiel Friedfisch- oder Raubfischruten, Hochseeruten oder Fliegenruten. Auch auf die Technik kommt es an – je nach Angel-Art sind Grund- oder Stippruten, leichte oder schwere Spinnruten, Teleskopruten oder Federruten die richtige Wahl.

Wenn Sie nur eine bestimmte Fischart angeln möchten, empfiehlt sich die Verwendung von speziellen Ruten, die für Forellen, Karpfen, Welse, Schollen, Hechte und viele mehr verfügbar sind. Für die Angelrolle haben Sie die Wahl zwischen einer Stationärrolle, dem Allrounder für eine Vielzahl von Angelruten, einer Fliegenrolle speziell fürs Fliegenfischen und einer Multirolle, die aufgrund der höheren Drehzahl vor allem von Profis zum Meeresangeln eingesetzt wird. Lassen Sie sich bei Bedarf in Fachgeschäften beraten, bevor Sie dort zuschlagen.

Packen für den Angelausflug – Diese Dinge sollten Sie mitnehmen

Neben den Angelutensilien erleichtern auch gewisse andere Ausrüstungsgegenstände das Fischen. Denken Sie an Werkzeug für die Ruten-Reparatur, Ersatzspulen und Ersatzbatterien für den Bissanzeiger, sowie an eine eigene Angelschere oder ein Angelmesser. Um die Fischer anzufüttern eignen sich Brotkrümel, Maismehl oder Haferflocken. Ist der Schwarm anwesend, können die echten Köder ausgeworfen werden. Ist der Fang geglückt, wird der Fisch entweder direkt vor Ort mit einem Filetiermesser verarbeitet oder in einem Beutel oder Eimer aufbewahrt. 

Wind- und wetterfest: Damit Sie auf hoher See gut ausgerüstet sind

Das Wetter spielt für viele Angler keine Rolle – Regen und Sturm gehören oftmals dazu, hält aber viele nicht von ihrem leidenschaftlichen Sport ab. Für Angelausflüge mit dem Schiff gehören je nach Witterung wind- und regenfeste Kleidung, wasserfeste Schuhe, sowie Ersatzkleidung ins Gepäck. Solche Outdoor-Ausrüstungen können Sie in entsprechenden Fachgeschäften kaufen. Die Verpflegung für den Angeltörn sollte wasserdicht verpackt und keiner großen Hitze ausgesetzt werden. Auch ein Feuerzug, eine Lampe und eine Taschenlampe inklusive Ersatzbatterien sollten unbedingt mit an Bord sein. Sind dann auch Ihre Angelpapiere vorhanden, haben Sie für den Angelausflug an alles gedacht!

Hilfreiche Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Fang beim Angelausflug

Um die Chance auf guten Fischfang zu erhöhen, sollten Sie vor allem an Stellen angeln, wo sich viele Fische aufhalten. Dies sind zum Beispiel stille Seen, da sich Fische hier gut zwischen Steinen und versunkenen Ästen verstecken können und damit auch für Raubfische einen idealen Lebensraum bilden. Auch in Flüssen haben Angler am ehesten dort Erfolg, wo das Wasser ruhig dahinfließt und ausreichend Versteckmöglichkeiten unter Wasser gegeben sind. Uferregionen, die mit hohem Gras oder Büschen bewachsen sind, sind ebenfalls ein gutes Angelrevier, denn darunter warten die Fische oft darauf, dass Insekten ins Wasser fallen. Ihr Köder wird sie also schnell anlocken. 

Angeln an der Nordsee oder in Norwegen? Wo sich im Meer die Fische tummeln

Im Meer eignen sich flache Küstengewässer, Flussmündungen und Riffe, da hier das Nahrungsangebot am größten und oft ganze Fischschwärme unterwegs sind. Beim Hochseefischen dauert es häufig mehrere Stunden, bis der Köder endlich geschluckt wird. Dann gilt es, die Rute festzuhalten, denn auf dem offenen Meer sind gewaltige Kaliber unterwegs, die schon so manche Angel mit sich in die Tiefe gerissen haben. 

Profis wissen das natürlich, vergessen auf dem Angelausflug jedoch oft: Fische werden von Bewegungen und Geräuschen über Wasser abgeschreckt. Damit ein Fisch anbeißt, ist absolute Ruhe vonnöten.

Ebenso wie auf Geräusche und Bewegungen reagieren Fische auf unbekannte Gerüche. Beim Vorbereiten des Köders sollten Ihre Hände also nach nichts riechen, was bedeutet, zuvor weder Sonnencreme oder Handcreme, noch Parfum oder ähnliches zu verwenden. Je mehr Sie beim Angeln mit Ihrer Umgebung verschmelzen, desto besser. 

Deutsche Angler in Seenot – Nicht selten kommt es zu Unglücken bei Angel-Reisen

Erst im Mai 2015 ereignete sich vor der Küste Norwegens ein tragischer Vorfall, bei dem drei deutsche Angler ums Leben kamen. Die Männer fuhren trotz schweren Seegangs in einem gemieteten Fischerboot aufs Meer und kehrten von ihrem Angelausflug nicht zurück. Die Küstenwache machte sich sofort auf die Suche, nachdem das Verschwinden der Angler bemerkt worden war, konnte jedoch mit Hilfe von zwei Hubschraubern und einem Schiff nur noch das leere Boot finden, das vor dem Nordkap gekentert war. Im kalten Wasser konnten die Männer, die zwischen 60 und 70 Jahre alt waren, nicht rechtzeitig aus der Seenot gerettet werden.

Dass ein derartiger Angel-Unfall auch gut ausgehen kann, bezeugt ein weiterer Fall, der sich nur kurz zuvor ereignete. Hier wurden drei weitere deutsche Angler, deren Boot vor der Küste der norwegischen Insel Averøy gekentert war, nach 13 Stunden aus den eisigen Fluten gerettet.

Wie können Sie möglichen Gefahren vorbeugen?

Um Gefahren beim Angelausflug zu vermeiden, sollte bei Schlechtwetter oder rauer See gar nicht oder nur in Begleitung eines Profis geangelt werden. Vor dem Angelausflug gibt ein Blick auf den Wetterbericht Auskunft über mögliche Wetterumschwünge, die auf See sehr rasch hereinbrechen können. Wenn Sie zu einem Angelausflug aufbrechen, vergessen Sie nie, jemanden über den geplanten Zeitpunkt Ihrer Rückkehr zu informieren, sodass im Notfall rasch gehandelt werden kann. Im kalten Wasser der Nordsee entscheiden oft wenige Stunden über Leben oder Sterben beim Angelausflug. 

Checkliste Angelausflug