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Das Strafrecht

Das Strafrecht mit seinen Begrifflichkeiten und Grundsätzen

Das deutsche Strafrecht gliedert sich in materielles und formelles Recht. Das materielle Strafrecht ist im Strafgesetzbuch und in zahlreichen Sondergesetzen, wie dem Arzneimittelgesetz geregelt, das formelle Strafrecht findet sich in der Strafprozessordnung und im Gerichtsverfassungsgesetz. Zentraler Anknüpfungspunkt im Strafrecht ist die sogenannte Tat. Darunter versteht man nicht nur ein aktives Tun, sondern, auch bei manchen Delikten ein Unterlassen. Bei der unterlassenen Hilfeleistung, geregelt in § 138 StGB, etwa, wird z. B. das Nichtverständigen des Notrufs unter Strafe gestellt, wenn man einen Verletzten sichtet und diesem helfen kann. Im Strafrecht wird zwischen Erfolgsdelikten, wie etwa Mord oder Totschlag, und reinen Tätigkeitsdelikten unterschieden. Bei den Erfolgsdelikten muss die verursachende Handlung zu einem gewissen Ergebnis, dem Erfolg führen und die Tat muss vorsätzlich ausgeführt werden. Vorsätzlich bedeutet im Gegensatz zum Begriff fahrlässig, dass dem Täter bei seiner Tathandlung die Möglichkeit eines Schadenseintritts bewusst ist und er diesen beabsichtigt oder zumindest in Kauf nimmt. Der rechtswidrig handelnde, also gegen eine Norm des StGB verstoßende Täter, muss auch schuldhaft agieren, das heißt, er darf nicht an einer gewissen psychischen Krankheit leiden, die ihm die Einsicht in das Unrecht verbirgt. Im Strafrecht gilt, dass keine Strafe
ohne entsprechendes Gesetz verhängt werden darf. Das Bestimmtheitsgebot und das Rückwirkungsverbot (die gesetzliche Regelung, nach der ein Täter verurteilt wird, muss zum Tatzeitpunkt, schon gültig gewesen sein) gelten. Außerdem besteht das Doppelbestrafungsverbot: Es darf für eine angeklagte Tat kein zweites rechtskräftiges Urteil ergehen. Es wird im deutschen Strafrecht im Wesentlichen zwischen Taten gegen Persönlichkeits- und Gemeinschaftswerte, wie etwa Totschlag, Mord, Körperverletzung, fahrlässige Tötung, Freiheitsberaubung sowie Straftaten gegen Vermögenswerte, wie etwa Sachbeschädigung, Diebstahl, Raub, Erpressung, Untreue u.ä. unterschieden. Totschlag ist z. B. das vorsätzliche Töten eines Menschen, das mit einer Freiheitsstrafe von 5-15 Jahren bedroht wird und im Gegensatz zum Mord im Affekt erfolgt. Bei der Körperverletzung wird zwischen vorsätzlicher und fahrlässiger Tatbegehung unterschieden: Der objektive Tatbestand, d. h. die äußeren Merkmale der Tat, verlangt, dass die körperliche Unversehrtheit einer Person beeinträchtigt oder die Gesundheit eines Menschen geschädigt wurde. Bei der Verfolgung dieses Delikts wird die Überschreitung einer gewissen Bagatellschwelle verlangt, wie etwa Anspucken oder Stoßen. Bei der fahrlässigen Tatbegehung wird im Gegensatz zur vorsätzlichen Tatausführung nur ein gewisser Sorgfaltsmaßstab missachtet.
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